Uvea

Erkrankungen der Traubenhaut (Uveitis) Gesamte Uvea

Rezidivierende PA mit ersten Verklebungen (Synechien) der Iris zur Linsenkapsel

Rezidivierende PA mit Pigmentabsprengungen auf die Linsenkapsel

Rezidivierende PA mt massiven Pigmentablagerungen auf der Linsenkapsel

Sonderfall der Uveitis (Panuveitis) Die „Periodischen Augenentzündung“

Die „Periodische Augenentzündung„, „Mondblindheit“, PA, ERU (Equine rezidivierende Uveitis) wird heute  als eine immunvermittelte Erkrankung angesehen, wobei eine Überempfindlichkeit vom verzögerten Typ (Typ IV und gemischte Reaktion) gegenüber einem infektiösen Agens angenommen wird.

Neben den vielen möglichen Erregern einer Uveitis wurde auch die Leptospirose schon früh (GSELL et al., 1946; HEUSSER, 1952) als Ursache der ERU angesehen. Da aber fast alle Pferde mit Leptospiren in Kontakt kommen, hat der größte Teil der Pferdepopulation Antikörper gegen Leptospiren im Blut. Dieser Titer ist aber nicht aussagekräftig, da der Großteil dieser positiven Pferde nicht an ERU erkrankt.

Auch andere Erreger können eine Uveitis hervorrufen (Equines Influenza Virus, EHV-1, EHV-4, Equines Arteriitis Virus, Virus der eqinen infektiösen Anämie, abstrebende Mikrofilarien der Onchocerca cervicalis, die Erdnematode Micronema/Halicephalobus deletrix, Streptokokken, Salmonellen, E. coli, Rhodokokken u. v. a.).
Die Forschungen auf dem Gebiet des Immungeschehens bei der ERU gehen daher weiter.

Da die wenigen Therapiemöglichkeiten der ERU aber unabhängig von der Ursache immer identisch sind, spielt der aktuelle Stand der Forschung bei der Behandlung zur Zeit keine grosse Rolle. Die Wahl der Therapie muss basierend auf dem Zustand des erkrankten Auges in Absprache mit dem Pferdebesitzer, der Verwendung des Pferdes und der medizinischen Prognose individuell gewählt werden. Ein „Patentrezept“ gibt es nicht !

Rezidivierende PA mit massiven Synechien und Beeinträchtigung der Pupillenmotorik

Rezidivierende PA mit Synechien mit Ausfall der Pupillenfunktion und chronischer Keratitis

Rezidivierende PA mit Ausfall der Pupillenmotorik (Secclusio pupillae)

Symptome eines akuten Entzündungszustandes der ERU:
Lidspalte enger, Lichtscheue, Tränenfluß, Lidspasmus, Bindehautrötung, Hornhautödem, getrübtes Kammerwasser, Abnormer Inhalt in der Vorderkammer (Fibrin, Blut, Entzündungszellen), maximal enge Pupille, Iris heller oder rötlich und samtartige Oberfläche, niedriger Augeninnendruck, inneres Auge oft nicht einsehbar.

Rezidivierende PA mit Secclusio pupillae und Iris bombata (Glaukomgefahr)

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Fortgeschrittene PA mit Secclusio und Occlusio pupillae, Auge vollständig erblindet

Endstadium einer rezidiierenden PA mit sekundärer Katarakt und vollständiger Erblindung

Symptome einer chronisch persitierenden ERU:
Permanentes Hornhautödem, Einwachsen von Blutgefässen in die Hornhaut (am Rand), Dunkelverfärbung der Iris (Irisatrophie), Verklebungen der Iris und/oder  Reste von Verklebungen der Iris auf der Linsenvorderfläche (braun-schwarz), Motilitätsstörungen der Pupille. Langfristig kann es zu Linsentrübungen (Sekundärkatarakt), Augeninnendruckerhöhungen (Sekundärglaukom mit konsekutiver Erblindung durch Netzhautdegeneration), Linsenablösung (Luxation),  Glaskörperverflüssigung und -Trübung (Syneresis) sowie Netzhautablösungen kommen.