AN Linse

Linse

Die Linse hat die Aufgabe, das einfallende Licht fokussiert zur Netzhaut weiterzuleiten, damit dort ein scharfes Bild der Aussenwelt entsteht. Für diese Funktion ist die Aufrechterhaltung der Transparenz der Linse lebenslang von größter Wichtigkeit.

Die Linse des Pferdes ist bikonvex mit einer stärker gewölbten Hinterfläche. Sie hat einen mittleren Durchmesser von 20 mm und eine mittlere axiale Länge von 13 mm. Die Linse wird durch ihren Aufhängeapparat (Zonulafasern, zonula Zinnii) zwischen Irishinterfläche, der sie im Pupillarbereich eng anliegt und vorderer Glaskörpermembran (Linsengrube, fossa hyaloidea) verankert.

Sie besteht aus einer Linsenkapsel (vorne dick, hinten dünn), dem Linsenepithel hinter der Vorderkapsel, von dem in der Äquatorregion (Kernbogen) lebenslänglich neue Linsenfasern (=Linsensubstanz) gebildet werden, und der Linsensubstanz. Die Linsensubstanz besteht außen aus der Rinde (Kortex, cortex lentis) und im Zentrum aus dem Kern (Linsenkern, Nukleus, nucleus lentis). Die Linsenkapsel macht die Kontur der vorderen und hinteren Linsenfläche aus, ihr vorderes und hinters Zentrum sind die Linsenpole, ihr peripherer Rand der Linsenäquator.

Die Linsenfasern treffen am vorderen und hinteren Linsenpol in Form der Y-förmigen Nahtlinien zusammen, die den Linsen- oder Nahtstern bilden. Bei fast allen Pferden, besonders bei jungen, kann mittels seitlicher Beleuchtung der hintere Nahtstern mit blossem Auge gesehen werden.