Iris

Erkrankungen der Regenbogenhaut (Iris), Teil der Uvea

Angeborene Erkrankungen

Fehlen der Iris (Kongenitale Aniridie)

vereinzelt auftretendes, zumeist beiderseitiges Fehlen der Iris. Aniridie wird als autosomal dominant erbliche Erkrankung bei Belgiern in Verbindung mit vorderem Rindenstar vermutet.

Unvollständige Ausbildung der Iris (Irishypoplasie)

Eine Irishypoplasie wird gelegentlich in Augen mit Irisheterochromie (s. a. Anatomie), weißblauer oder teilweise transparenter Iris als zystische, durchscheinende Vorwölbung des Irisstromas beobachtet.

Iriskolobome in der typischen 6.00 Uhr Position

Kreisrunde Iriszyste (kirschkerngross) frei in der vorderen Augenkammer schwimmend

Abgelöstes hypertrophiertes Traubenkorn in der vorderen Augenkammer

Spaltbildung in der Iris (Iriskolobom)

Hierbei  handelt es sich um einen schlüssellochartigen/lochartigen Defekt des Irisstromas (ein „typisches Kolobom“ tritt meist in der bei 6 Uhr-Position auf) oder des Pupillenrandes mit Deformation der Pupille. Der Defekt kann auch nur die vorderen Irisschichten betreffen (s. o.). Ein Iriskolobom ist bisweilen in Verbindung mit einer Membrana pupillaris persistens, microphakie, ectopia lentis und/oder einem Dermoid vergesellschaftet.

Iriszysten

Blasige Gebilde unterschiedlicher Grösse, die vom pigmentierten Hinterblatt der Iris ausgehen. Sie überragen als kugelige Gebilde den Pupillarrand. Fast immer sind die stark pigmentierten, dünnwandigen Zysten durchscheinend. Häufig gehen sie auch von Traubenkörnern aus und manchmal sind sie gestielt. Die Zysten können spontan, ohne äussere Einwirkungen, platzen. Dann bleiben an der Hornhauthinterfläche meist Reste der Zystenwand als kleine Pigmentflecken zurück.

Vergösserte (Hyperplastische) Traubenkörner

Sie unterscheiden sich von Traubenkornzysten (s. o.) durch ihre höckerige Oberfläche und sind nicht zystisch. Sie können so gross werden, dass sie die gesamte Pupille verdecken.

Reste embryonalen Irisgewebes (Membrana pupillaris persistens)

Bei mangelhafter Rückbildung der embryonal vorhandenen Membran, aus der sich erst noch die Pupille bilden muss. Pupillarmembranen können als pigmentierte Gewebsstränge von der Iriskrause (Kollarette) wegziehen, frei in der Vorderkammer schweben, zur Linsenvorderfäche (membrana pupillaris persistens lentis adhaerens) oder Hornhauthinterfäche (membrana pupillaris persistens corneae adhaerens) ziehen. An den Anheftungsstellen der Hornhaut/Linse verursachen sie eine umschriebene Trübung. Bisweilen sieht man diese Membranen auch in Verbindung mit Iriskolobomen und einer microphakie/ectopia lentis (s. o.).

Erworbene Erkrankungen

Entzündung der Iris und des Ziliarkörpers (Neonatale Irididozyklitis)

Diese immunvermittelte Entzündung der vorderen Gefässhaut (uveitis anterior oder infektiöse Endophthalmitis) entsteht beim Neugeborenen durch eine Infektion mit diversen Erregern (Salmonellen, Rhodococcus equi, Escherichia coli, Streptokokkus equi, Actinobacillus equuli, Adenoviren, Equinen Arteriitis Viren). Die mit Erblindung einhergehende Erkrankung verursacht unter anderem einen eitrigen Erguss in die vordere Augenkammer (Hypopyon) und/oder Blutungen in die vordere Augenkammer (Hyphaema). Wir die Erkrankung sofort bemerkt und konsequent behandelt, ist eine Heilung möglich.